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Testbericht von Christoph Keller

Die Nibelungensage dampft weiter!

Nachdem wir den Kriemhild-Subohm.Verdampfer eingehend vorgestellt haben, widmen wir uns nun dem zugehörigen, gleichnamigen Akkuträger, dem Kriemhild-Mod. Mit dem diesem Akkuträger, der bestens auf den Kriemhild-Verdampfer abgestimmt ist, wagt sich Vapefly erstmalig in das Produkt-Terrain der geregelten Mods vor.

Einerseits finde ich den Schritt ganz gut, da das Vorgehen einen gewissen Ehrgeiz des Unternehmens zeigt, sich am Markt breiter zu positionieren als nur mit Verdampfern. Andererseits ist das Feld der Akkuträger im Grunde ähnlich gut bestellt, was die Produktvielfalt betrifft, wie das der Verdampfer. Ich meine damit, dass ausnahmslos Neues oder Umwerfendes kaum zu erwarten ist. Alle momentan erhältlichen Akkuträger sind eigentlich recht gleichartige Geräte, die abgesehen von technischen Abweichungen vielleicht im optischen Design oder gewissen Details unterschiedliche Wege gehen.

Produktbewertung von Christoph Keller:
4/5

Erscheinungsbild

Die einen mögen es gerne bunt und knallig, andere wiederum klassisch schlicht, wieder andere edel und stylisch. Der Kriemhild-Mod ist aus meiner Sicht ein bißchen Mittelding aus klassisch und stylisch, bringt aber ein paar kleine Eigenheiten mit.

Die äußere Erscheinung ist massiv. Das rührt nicht zuletzt daher, dass der Kriemhild-Mod neben zweimal 18.650er-Akkus auch zwei 20.700er oder zwei 21.700er-Akkus aufnehmen kann. Der Einsatz von zwei 21.700er-Akkus erlaubt natürlich für eine DTL-Dampfe eine recht lange Laufzeit. Ich habe mich oft gefragt, warum nicht mehr Hersteller inzwischen auf diese Lösung aufgesprungen sind. Vielleicht wegen der Ausmaße? Wie gesagt, der Kriemhild-Mod liegt wirklich schwer und massiv in der Hand, mit zwei 21.700er-Akkus und der aufgeschraubten, gefüllten Kriemhild bringt er immerhin 440 Gramm auf die Waage, fast ein halbes Kilogramm. Dies wäre der erste Punkt: Platz für dicke Akkus und damit eine lange Laufzeit, erst recht mit den eher gemächlichen Leistungen, die zum gediegenen Dampfen mit den Mesh-Coils nötig sind.

Vapefly Kriemhild

Der zweite Punkt, der mir gefällt, ist das sehr großzügige Display, das auch Personen fortgeschrittenen Alters und entsprechender Sehschwäche das zügige Ablesen aller Parameter problemlos erlaubt.

Vom allgemeinen Erscheinungsbild ist der Kriemhild-Mod weder besonders konservativ noch progressiv. Aber dennoch hat er an einigen Stellen ein selbstbewusstes Auftreten. So ist die Feuertaste mit dem Drachenemblem der German 103 geschmückt, das Display ist in der halbrunden Form der Vorderseite stilvoll abgesenkt und der hintere Teil des Mods, der im Ganzen quasi als Akkudeckel nach dem Entriegeln an der Unterseite ausschieb- und abnehmbar bar ist, ist mit Echtleder besetzt, was der Griffigkeit des schweren Gerätes zuträglich ist und dem Mod gleichzeitig eine recht edle Anmutung verleiht.

Eigenwillig ist die Form des Mods, in etwa zwar vergleichbar mit der gängigen Form der üblichen Mods für zwei Akkus, also hinten breiter als vorne. Nur gibt es beim Kriemhild-Mod keine Ecken und Kanten. Die gesamte Bauform ist abgerundet. Dabei sitzt der 510er-Anschluß an der Oberseite nicht mittig, sondern etwas nach vorne versetzt.  Schraubt man die Kriemhild auf den Mod, findet sie einen optisch sehr ausgewogenen Platz und harmoniert sehr gut mit dem gesamtem Akkuträger. Dennoch fasst der Mod auch Verdampfer noch größeren Durchmessers. Ein Aromamizer Plus mit stolzen 30 mm Durchmesser findet komfortabel Platz und hat zur abgerundeten Kante vor ihm sogar noch etwas Luft. Auch der Aromamizer harmoniert sehr gut mit dem Kriemhild-Mod, er wirkt sehr passend und in keinster Weise überproportioniert. Ansonsten sitzt mein Aromamizer Plus auf dem Smoant Cylon, da fast alles andere nach meinem Geschmack zu knapp ist.

Vapefly Kriemhild

Verglichen mit einigen anderen Mods, die sich brüsten, Verdampfer bis zu 30mm aufnehmen zu können, dabei aber irgendwie komisch unproportional wirken, ist das der dritte Punkt, der den Kriemhild-Mod aus meiner Sicht interessant macht.

Und ein Gimmick sei noch erwähnt: auf der Rückseite des Mods befindet sich der Namenszug „Kriemhild“. Der gesamte Schriftzug ist hintergrundbeleuchtet und er erglimmt dann auch sehr festlich nach dem Einschalten des Mods oder auch bei jedem Feuern. Das sieht nett aus, stört nicht weiter und ist sehr reizvoll wie ich finde.

Zusammengefasst: die Option, zwei 21.700-Akkus zu nutzen, das optische Design sowie die Bauform, die sowohl mittlere als auch wirklich breitere Verdampfer optisch befriedigend beherbergt, setzen den Kriemhild-Mod aus meiner Sicht durchaus von einigen Mitbewerbern ab.

 

 

Bedienung und Display

Ein- und Ausschalten des Mods geschieht wie üblich über den berühmten 5fach-Druck auf die Feuertaste. Dies wiederum finde ich nun wirklich etwas – sagen wir – suboptimal, denn bei diesem Boliden wäre auch noch Platz für einen zünftigen Ein-Aus-Schalter gewesen, der den Mod wirklich in den echten Aus-Zustand versetzen könnte. Der 5-Klick ist zwar weit verbreitet und alle sind daran gewöhnt, dennoch finde ich einen echten Schalter wie bei der Tesla Punk 120 oder dem Uwell Hypercar einfach praktisch, sicher und angemessen.

Das Display zeigt seinerseits an:

  • die gewählte Leistung oder Temperatur (wobei mich die Größe der Darstellung unvermittelt an diese Handies für ältere Menschen erinnert, was ich nicht negativ meine; mir gefällt das!)
  • Akkuladezustand für jeden der beiden eingelegten Akkus einzeln
  • Anzahl der Züge seit der letzten Rückstellung
  • den gewählten Modus (variable Watt, Temperaturkontrolle, Leistungskurve oder Memory)
  • Vorheizmodus (soft, normal, hard)
  • Widerstand der Verdampfercoil
  • momentane zur gewählten Leistung passende Stromstärke in Ampere
  • momentane zur gewählten Leistung passende Spannung in Volt

Vapefly Kriemhild

Alle im Display angezeigten Parameter sind auch direkt dort per Dreifachklick auf die Feuertaste einstellbar. Dabei springt man mit den Plus-/Minus-Tasten zu den einzelnen Parametern, drückt noch einmal die Feuertaste, um den Wert über die Plus-/Minus-Tasten einstellen zu können, bestätigt erneut durch Druck auf die Feuertaste und kann wieder umher springen.

Sinnfällige Einstellungen auf diesem Weg sind etwa die Wahl des Memory-Speichers, des Leistungsverhaltens (soft, normal, hard) oder das Absprerren des Widerstands für das Dampfen im Temperatur-Modus; ebenso die Materialauswahl im TC-Modus (Edelstahl, Titan, Nickel). Ein längeres Halten der Feuertaste verlässt diesen Edit-Modus.

Betätigt man die Plus-/Minus-Tasten, ohne zuvor die Feuertaste dreimal gedrückt zu haben, stellt man in gewohnter Weise die Leistung (Watt) oder die Temperatur ein. Wie meistens springt dabei die erste Dezimalstelle jeweils um einen Schritt weiter, ab einer gewissen Zeit wird dann beschleunigt und es wird in ganzen Schritten anstatt Dezimalen eingestellt. Ab 100 Watt fallen die Dezimalstellen jedoch weg und es wird direkt per ganzer Einheit eingestellt.

Gleichzeitiges Drücken der Plus-/Minus-Tasten bewirkt eine Sperrung der Tasten, Feuern ist dann noch möglich, jedoch ist unbeabsichtigtes Verstellen der Leistung nicht mehr möglich, wenn der Mod zum Beispiel in der Hosentasche oder der Handtasche untergebracht ist, falls er dort überhaupt hineinpasst.

Das wären soweit die primären Bedienungsfunktionen direkt im Display.

Weiterreichende Einstellungen werden über das Menu vorgenommen, das man mittels 4fach-Druck auf die Feuertaste zum Vorschein bringt.

Im Menu lassen sich folgende Parameter bedienen:

  • Light Setting: hier lässt sich die Schriftfarbe des Displays einstellen (gelb, violett, blau, rot, grün und weiß), ebenso die Anzeigedauer des Display nach dem Feuern
  • Puff Setting: hier lässt sich der Zugzähler auf Null zurück setzen
  • Brightness: die Helligkeit des Displays
  • Memory: 4 Speicherplätze, wo man beliebige Einstellungen bezüglich Leistung oder Temperatur vorbereiten und abspeichern kann, um sie nachher schnell im Display auszuwählen
  • Curve: einstellen und abspeichern einer eigenen Leistungskurve über 9 Schritte
  • Time: Uhreinstellung

Insgesamt erschleicht mich das Gefühl, dass hier im Menu mittels Firmware-Updates mit der Zeit noch andere Funktionen hinzukommen könnten. Das mir zum Test zur Verfügung stehende Modell ist erst ein Prototyp, der sich vom Serienmodell in einigen Punkten noch unterscheidet. Aber so, wie sich das Menu bis hierher zeigt, vermisse ich eigentlich nichts.

Der letzte Menu-Eintrag ist die Exit-Funktion, mittels derer man wieder in den normalen Bedienungsmodus, sprich Feuerbereitschaft des Mods, zurück kommt.

Unterhalb der Plus-/Minus-Tasten befindet sich ebenfalls an der Vorderseite der USB-Anschluß zum Aufladen der Akkus oder – wie ich denke – Updaten der Firmware mittels Computersoftware. Ein nettes Detail auch hier: die Buchse ist über eine kleine Silikon-Abdeckung gegen Schmutz und andere Umwelteinflüsse geschützt.

Nach dem Feuern verbleibt das Display noch für die eingestellte Zeit in der Anzeige, um dann noch in eine analog gestaltete Uhr über zu gehen. Ich muss sagen, das Design dieser Uhr ist etwas, was mir an diesem Akkuträger mit am besten gefällt. Sie ist wirklich sehr liebevoll gestaltet, mit römischen Ziffern – wenig technisch und umso ansprechender!

 

Fazit

Davon ausgehend, dass es die beiden Kriemhild-Komponenten, also der Verdampfer mit dem Mod auch als Kit zu erwerben sind, liegt eine Schlussbetrachtung dieser Einheit zunächst nahe. Als Kit bilden beide eine sehr gute Einheit, sowohl in technischer wie in optischer Hinsicht.

Vapefly Kriemhild

Dennoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich viele auch entweder nur für den Verdampfer oder auch nur für den Mod interessieren. Und hier lässt sich feststellen: beide Komponenten sind zusammen ein Team, sind indes aber durchaus auch mit familienfremden Artgenossen kompatibel. Wer schon einen Mod besitzt, der die 26mm-Kriemhild aufzunehmen vermag, wird sich überlegen müssen, inwiefern der Kriemhild-Mod einen Vorteil bringt. Ebenso umgekehrt: nicht jeder, der einen Mod mit den Leistungsmerkmalen des Kriemhild-Akkuträgers mag, wird unbedingt nur Fertigcoil-Verdampfer mögen; denn der Kriemhild-Mod macht auch mit konkurrierenden Produkten eine mehr als gute Figur, sei es ein Fatality oder ein Aromamizer.

Hier hat Vapefly sicherlich die Entscheidungsgewalt beim Kunden lassen wollen und beide Produkte flexibel genug gestaltet. Man kann sich für das Kit entscheiden, ebenso gut kann man aber auch eben nur den Verdampfer oder nur den Mod benutzen. Da zumindest der Kriemhild-Mod nicht gerade im untersten Preissegment liegt, mag diese Überlegung durchaus legitim sein.

Beide Kriemhild-Produkte empfinde ich als willkommene Erweiterungen der verfügbaren Palette an DTL-Verdampfern und Akkuträgern. Der Kriemhild-Akkuträger überzeugt durch schiere Präsenz und funktioniert ebenso einwandfrei und zuverlässig wie der Verdampfer. In meinen Augen sind beide Geräte überaus liebevoll und durchdacht designed.

Was nun immer man bevorzugt, nur einen Verdampfer, nur einen Akkuträger oder doch beides als Kit zusammen: zum aufgerufenen Preis erhält man in jedem Fall einen echten Gegenwert, der mit Hingabe entwickelt, aus hochwertigen Materialien sauber gefertigt ist und das Zeug hat, seinen Benutzern richtig viel Freude zu machen.

 

© Text und Bilder 2020 by Christoph Keller • Das Kopieren, Weitergeben und/oder die sonstige Verwendung dieses Textes oder der enthaltenen Bilder, ganz gleich in welcher Form, auch auszugsweise, ist ohne Erlaubnis des Urhebers untersagt.
Das Verlinken zu diesem Review ist jedoch erlaubt und erwünscht.

4 Kommentare zu „Review: Vapefly Kriemhild Mod“

  1. Thomas Sievers

    Moin,
    habe Mir Heute die Kriemhild als Kit gekauft, um nach zu lesen wie Ich die Uhr einstellen kann, bin Ich auf diese Seite gestoßen.

    Also,
    Ich habe schon so manche Beschreibung/Bewertung gelesen ( über dieses und jenes ) und muss mal ganz ehrlich sagen/schreiben,
    das ist nice geschrieben und erklärt,

    Jungs (Mädels) macht weiter so.
    Greetz Thomas

  2. Hey, würde gerne das Update machen aber kann keine Anleitung dazu finden nur die Datei . Wäre schön wenn mir das jemand erklären könnte

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