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Ansichten von Christoph Keller

Mit dem SQuape A[rise] melden sich die Schweizer Jungs von Stattqualm nach längerer Zeit mal wieder zu Wort, was einen neuen RTA-Verdampfer angeht. Der A[rise] präsentiert sich so ein bißchen als Hybrid aus den vorherigen Modellen E[motion] und N[duro] und tritt an, das Feld der All-in-one-Verdampfer (“Ich kann MTL genauso gut wie DTL, bin aber nur ein Verdampfer!”) erneut aufzumischen. Wir wollen uns ansehen, was beim A[rise] nun weiter entwickelt ist und wie er sich als Nachfolger des N[duro] schlägt.

Konzept

Der neue A[rise] sieht auf den ersten Blick dem N[duro] recht ähnlich, ist in der 4ml-Standard-Version aber deutlich kürzer, was mir persönlich sehr gut gefällt. Auch im Außendurchmesser von 24 mm bleibt er dem Vorgänger gleich und die bewährte Verschlusskonstruktion zum Einstellen der Airflow, Abnehmen des Tanks und dem Totalverschluß zum Transport ist auch erhalten geblieben.

Im Innern verfügt der A[rise] über ein Single-Coil-Deck, das mit einer recht flexiblen Airflow ausgestattet ist und sowohl mit höherohmigen (MTL) wie auch mit niedrigohmigen Coils (DTL) bestückbar ist. Neu ist, dass der A[rise] nun beide Zugvarianten, MTL und DTL, in einer einzigen Version anbietet. Das war beim N[duro] anders, denn dort musste man sich vor dem Kauf für eine der beiden Disziplinen entscheiden oder relativ aufwändig im Nachgang mit zugekauften Teilen variieren. Dies fällt beim A[rise] weg: tatsächlich erhält man in einem Paket alles, was man für den jeweiligen Einsatz benötigt und ist so in der Lage, mit seinem Exemplar alternierend die Entscheidung zu MTL oder DTL zu fällen.

Im Auslieferungszustand ist der A[rise] „teilmontiert“ und zunächst auf den DTL-Einsatz ausgelegt. Eingefleischte SQuape-Nutzerinnen und -nutzer kennen das: das sogenannte „Closing-Deck“, das die Verdampferkammer von oben formt, bzw. abschließt, liegt als Einzelteil in der schlichten, jedoch gleichzeitig ansprechend gestalteten Packung bei und wird vor Inbetriebnahme durch den Nutzer erst in die Tankeinheit installiert. Die Airflow ist offen; das heißt, die Airflow-Inserts für den MTL-Gebrauch liegen in ihrem Tütchen bei, genauso wie eine kleine Peek-Hülse zur Reduzierung des Kamindurchmessers – beides nicht vorinstalliert.

Stattqualm SQuape A[rise]

Als Driptip ist die DTL-Variante im Lieferumfang enthalten. Da weder eine der mitgelieferten Airflow-Disks noch die Kaminreduzierung installiert sind, lässt sich der A[rise] direkt nach Auspacken und Installation des Closing-Decks ohne weitere Maßnahmen für den DTL-Gebrauch wickeln.

Im Lieferumfang befinden sich weiterhin ein Inbus-Schlüssel zur Öffnung der oberen Tankeinheit, ein Gummibändchen zum grifffesten Abnehmen der Topcap sowie ein Ersatzteiltütchen mit einer großzügigen Auswahl an Ersatz-O-Ringen und einem weiteren Paar Deckschrauben, falls mal eine verloren geht.

Will man den A[rise] im MTL-Modus nutzen, ist es nötig, eine der mitgelieferten Airflow-Disks sowie die Kaminreduzierungshülse zu installieren. Das optional zu erwerbende „SQip Tip“, also das eigens für den A[rise] designte MTL-Driptip wäre noch zu erwähnen, um die MTL-Version zu komplettieren. Es ist das einzige Teil, das für den MTL-Einsatz nicht im Lieferumfang enthalten ist und optional erworben werden kann.

 

Innere Werte

Stellt man die außen sichtbaren, senkrechten Striche an der Basis und dem Tank durch entsprechende Drehung übereinander ein, lässt sich die Tankeinheit von der Base abziehen und der Blick auf das Wickeldeck, oder besser gesagt, auf den Unterteil der Verdampferkammer wird frei.

Stattqualm SQuape A[rise]

Mit der Kammer im Ganzen ist Stattqualm seiner bewährten, elektrisch überaus wirkungsvollen Konstruktion aus emataliertem Aluminium treu geblieben. Durch diese relativ aufwendige und hochwertige Beschichtungstechnik werden Kurzschlüsse wirkungsvoll verhindert und eine hervorragende Leitfähigkeit an den Stellen, wo sie wichtig ist, gewährleistet. Mich selbst fasziniert diese Konstruktion noch immer: vor der ersten Inbetriebnahme legt man hier den beiliegenden Closing-Ring auf die Basis auf und befestigt es innen im Tankoberteil, indem man die Basis einfach wieder in den Tank setzt und zudrückt. Zuvor sollte man den Closing-Ring großzügig mit reinem VG oder entsprechendem Fett (z. Bsp. lebensmittelechtes Maschinensilikonfett) etwas geschmeidig machen. Danach sitzt der Closing-Ring und damit der obere Teil der Verdampferkammer passgenau und sicher in der Tankeinheit.

Beim N[duro] kam es teilweise zu Unmutsäußerungen bezüglich Abnutzungserscheinungen an der ematalierten Oberkante der Basis, was offensichtlich der recht scharfen Kante dort zuzurechnen war. Beim Schließen des Verdampfers entstand hier zu viel Kontakt und damit verschleißende Reibung zum Oberteil beim Schließen und Öffnen. Das ist beim A[rise] so nicht mehr zu erwarten, da diese Kante nun etwas abgerundet und etwas schmäler ist und sich somit dem Kontakt zum Tankoberteil entzieht.

Stattqualm SQuape A[rise]

Das Wickeldeck ist selbsterklärend schlicht und effektiv konstruiert: an zwei Kreuzschlitzschräubli lassen sich die Coilbeinchen einfachst befestigen; jeweilige Unterlegscheiben mit leicht erhabenem Rand verhindern dabei das Wegrutschen des Drahts. Die Watte schneidet man im Anschluß, nachdem sie durch die Coil gezogen ist, einfach passend ab, um sie in die dafür vorgesehenen Taschen locker einzulegen – fertig. Einen einfacher zu bestückenden Verdampfer habe ich selten erlebt. Solange man nicht ohne Sinn und Verstand Unmengen von Watte in die Täschchen stopft, klappt es mit dem Nachfluss derart korrekt, dass das neue Aroma bei einem Liquidwechsel in geschmacksknospenanregende Erscheinung  tritt, und zwar binnen kürzester Zeit.

Die Liquidzufuhr geschieht im Grunde nach Flash-e-Vapor Prinzip, indem das Liquid aus dem darüber liegenden Tank direkt in die Kammer auf die Wattebäusche neben der Coil geleitet wird, bzw. von dort aufgesaugt wird. Der Unterschied ist, dass im A[rise] wie auch vorher im N[duro] keine Mesh-Röllchen oder Transportstifte nötig sind; die Deckkonstruktion selbst beinhaltet sozusagen die Liquidführung.

Rechts, bzw, links neben den Coilschrauben ist jeweils eine Öffnung zu sehen, die durch einen O-Ring garniert ist. Dies sind die Teile der Airflow in der Base, wo die Luft von oben unter die Coil geleitet wird. Die dort angebrachten O-Ringe hatten beim N[duro] für den einen oder anderen Ärger gesorgt, weil sie sich schon mal gerne verselbstständigt hatten. Auch hier hat Stattqualm stark verbessert: die kleinen O-Ringe sitzen sehr gut fixiert in ihrer Vertiefung, dass sie ohne den Einsatz geeigneten Werkzeugs nicht ohne weiteres heraus zu nehmen sind.

Das Design der Deck-Oberkante und die beiden fixierten Airflow-O-Ringe empfinde ich als zwar diskrete aber dennoch wesentliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger.

Im Gegensatz zum N[duro], bei dem die Luft von der Seite auf die Coil trifft, finden wir im A[rise] wieder eine – man möchte sagen – traditionelle Airflowposition unter der Coil wieder. Wie schon beschrieben befindet sich diese Öffnung im Lieferzustand bar aller Einsätze des Lieferumfangs. Sie ist auch recht großzügig bemessen, so dass der Luftstrom zur Coil im DTL-Einsatz zwischen den beiden äußeren Airfloweinlässen und dem inneren Auslass sehr gut harmoniert.

Zur MTL-Modifikation können die mitglieferten „Airdisks“ hier passgenau eingesetzt werden. Im Lieferumfang befinden sich die folgenden Einsätze zur Auswahl:

  • 1 x 1,0 mm
  • 2 x 0,8 mm
  • 3 x 0,8 mm
  • 4 x 0,8 mm

Optional sind als Zubehör noch zwei Airdisks mit jeweils 1x 0,8 mm und 5 x 0,8 mm erhältlich. Ich kann versichern, dass die mitgelieferte Airdisk mit 1,0 mm für Freunde eines strafferen Zuges durchaus Potenzial hat, zum Favoriten zu werden. Zumindest finde ich sie – verglichen mit anderen Verdampfern, die dieses Auslassformat anbieten – erstaunlich straff. Mit der 0,8-Airflow macht es mir keine Freude mehr, da ich mir den Wolf saugen muss.

Nach dezidiertem Durchtesten bin ich bei der Disk mit 2 x 0,8 hängen geblieben, was einer Einzelöffnung von 1,1 – 1,2 mm entspricht. Man kann hier einmal mehr feststellen, wie optimiert eine gelungene MTL-Airflow arbeiten kann. Wenngleich die beiden äußeren Einlassöffnungen durch das Drehen des Tankoberteils einstellbar sind, lasse ich sie am liebsten ganz geöffnet. Dann ergibt sich ein maximaler Einlass bei minimalem Auslass und dadurch die richtige Kompression unter der Coil. Nebenluft oder sonstige Unstimmigkeiten sind beim A[rise] kein Thema und die Luftkanäle sind derart geglättet konstruiert, dass nirgendwo Reibungen entstehen. Die Luft findet ihren Weg praktisch direkt unter die Coil! Dies bewirkt nicht nur eine außerordentlich kultivierte Luftführung sondern auch (in MTL wohlgemerkt) ein äußerst gedämpftes Zuggeräusch, bei dem die arbeitende Coil akustisch nur diskret wahrnehmbar ist.

Der Dampf findet ab Emission durch die Coil seinen Weg in den Kamin nach oben zum Driptip. Dieser ist wie oben beschrieben im Durchmesser recht großzügig dimensioniert, damit ein guter DTL-Betrieb möglich ist. Für den MTL-Umbau nimmt man das Driptip ab und kann sodann ein kleines Peek-Röhrchen (Reduzierungsröhrchen) von oben in den Kamin hinein fallen lassen, das den Durchmesser desselben auf 3 mm reduziert – für einen kultivierten MTL-Zug also sehr passend. Das kleine Röhrchen hat den gleichen Innendurchmesser wie das MTL-Driptip und schließt nahezu nahtlos an den Driptip-Anschluß an. Das bedingt, dass der Kamin bis zum Ausgang an den Lippen reicht und dies mit durchgehend gleichem Durchmesser. Also setzt sich der optimierte Luftzug von unten nach Passieren der Kammer nach oben in und durch den Kamin fort.

Aber aufgemerkt: dies kleine Röhrchen hat es in sich! Es ist klein, leicht und in einem größeren optischen Kontext durchaus schwer erkennbar. Dazu sitzt es einerseits locker im Kamin, andererseits sehr dicht mit einer abgeflachten Oberkante an der Unterseite des Driptips. Daraus folgt eine sofortige Fluchtaufnahme des Peek-Röllchens bei Abnahme des Driptips. Das ist mir mehrfach passiert! Natürlich bleibt die Kamininnenseite nicht total trocken, wodurch es sehr leicht passiert, dass man das Röhrchen mit dem Driptip aus dem Kamin saugt und es dann mit Schwung und hohem Bogen irgendwo in die Umgebung entfleucht. Man tut also gut daran, sich des Röhrchens zu erinnern, bevor man das Driptip abzieht. Bei etwaigen beigefarbenen Teppichböden oder ähnlicher Auslegeware kann es sonst schon mal passieren, dass sich zum Beispiel eine Reinigungsaktion des A[rise] aufgrund längerer Bodensuchaktionen in die Länge zieht.

Stattqualm SQuape A[rise]

Der Tank des A[rise] fasst in der Standard-Version 4 ml Liquid und ist nach außen durch ein bruchsicheres Polysulfon-Tankglas abgeschlossen. Es ist auch eine Nano-Version mit 2 ml Volumen erhältlich, wobei man diese Version auch durch Hinzukauf des 2 ml-Tankglases und des entsprechenden Kamins aus der Standard-Version ableiten kann. Die 4 ml-Version macht aus meiner Sicht sowohl für den MTL-Einsatz als auch den DTL-Einsatz eine brauchbare Figur, da man selbst bei DTL in der kleinen Kammer wohl kaum 0,013Ω-Schwermetall-Trecker-Coils einsetzen wird, um dort 180 Watt drauf zu geben.

Wem der Tankinhalt dennoch zu übersichtlich ist, kann die 8ml-Erweiterung hinzu erwerben, die gleichfalls aus entsprechendem Tankglas samt längerem Kamin besteht. Aus naheliegenden Gründen hat Stattqualm auf ein Reduzierungsröhrchen für die 8ml-Erweiterung verzichtet, da dieses Volumen eher für DTL-Nutzer in Betracht kommen mag. Der größte optische Unterschied zum N[duro] besteht aus dem Fehlen der dreieckigen Tanksichtöffungen. Wer will, kann diese mit einem optionalen Ersatzglas ein bißchen nachempfinden, das diese Triangeln nachbildet. Das ist zwar dann noch immer nicht das Design des N[duro], das Stattqualm-Element ist dann aber zumindest „vorhanden“.

Stattqualm SQuape A[rise]

Die Oberseite des Tanks wird durch die lediglich aufgesetzte und durch einen strammen O-Ring gehaltene Topcap abgedeckt, die ihrerseits ähnlich wie beim N[duro] Aussparungen hat, die der Befüllung des Tanks dienen. Durch Drehen der Topcap werden die darunter befindlichen Öffnungen zugänglich, wo auch massigere Liquidflaschenspitzen genug Platz für eine kleckerfreie Positionierung finden.

Besonders gut gefällt mir beim A[rise], dass ein Manko des N[duro] beseitigt wurde. Beim N[duro] kann es passieren, dass man die Einfüllöffnungen bei etwas Unachtsamkeit nach dem Befüllen nur unzureichend schließt, was zum hemmungslosen Erguss des im Tank befindlichen Liquids durch die Airflow in die Umgebung münden kann. Dies hatte ich in meinem damaligen Testbericht zum N[duro] bereits bemängelt. Die Lösung des Problems ist dergestalt umgesetzt, dass sich in der Topcap innen nun eine Führungsrille befindet, in der ein kleiner Gegenpart in der Oberseite des Tanks seine Dienste verrichtet, so dass sich die Topcap bis zu einem spürbaren Anschlag verschließen lässt. Damit ist sie wirklich abgedichtet und das N[duro]-Auslaufszenario gehört der Vergangenheit an. Also auch hier: engagiertes Weiterdenken der Konstrukteure zugunsten einfacher, effektiver Lösungen.

Das Öffnen und Schließen zum Wickeln oder Reinigen des A[rise] gestaltet sich „stattqualm-konform“ über die Drehung des Tankoberteils auf der Basis. Stehen die beiden senkrechten Striche übereinander, lässt sich der Verdampfer öffnen, indem man einfach das Oberteil von der Base zieht. Links neben dem Strich befindet sich eine „0“. Dreht man das Oberteil so weit nach rechts, dass der Strich über dieser „0“ zu liegen kommt, ist der A[rise] absolut dicht verschlossen. Die innere Liquidführung ist dann unterbrochen und die Airfloweinlässe gleichfalls geschlossen. Man bewirkt diesen Zustand übrigens relativ automatisch wenn man den A[rise] vom Akkuträger herunter schraubt und ebenso umgekehrt öffnet man ihn sehr einfach, wenn man ihn aufschraubt – an der Stelle also alles so wie gewohnt.

Am Schluß bleibt zu erwähnen, dass die am 510er-Anschluß befindliche Pluspolschraube vergoldet und verstellbar ist. Damit lässt sich der A[rise] problemlos sowohl auf geregelten Akkuträgern wie auch auf allerlei Mechmod-Adepten (Hybrid-Mod) problemlos einsetzen.

Abschließend stelle ich fest, dass mich die gesamte Konstruktion des A[rise] tatsächlich noch mehr zu begeistern vermag als die des N[duro], die mich ihrerseits bereits in ihren Bann zog. Alles passt, der Verdampfer macht einen außerordentlich ausgereiften Eindruck, was die konstruktionstechnische Seite, die Detailverliebtheit und die Güte von Material und Verarbeitung angeht.

Kommen wir also zum eigentlichen Punkt; denn was nützt technische Perfektion ohne Betrachtung der Zweckbestimmung selbst?

Stattqualm SQuape A[rise]

Der A[rise] im DTL-Modus

Unter den DTL-Freunden (DTL = direct to lung, direktes Inhalieren zur Lunge) wird gern zwischen offenem und restriktivem DTL  unterschieden. „Offen“ bedeutet, dass möglichst große Airflowöffnungen und entsprechende interne Luftkanäle im Verdampfer dafür sorgen, dass man praktisch durch den Verdampfer einatmen kann. Beim „restriktiven“ DTL hingegen besteht ein gewisser Widerstand beim Ziehen. Es wird weniger Luft transportiert und ein direktes Einatmen ist nur eingeschränkt, also restriktiv, möglich. Der A[rise] ordnet sich bei den restriktiven DTL-Verdampfern ein, etwa vergleichbar mit dem Taifun GT IV, dem Taifun GX oder dem Atmizoo Tripod.

Ich will unterstreichen, dass ich bei restriktivem DTL meine persönlichen Grenzen habe, was das Nachvollziehen etwaiger Reize bei diesem Dampfstil ausmacht. Wer mich kennt, weiß, dass ich beides liebe: MTL (Mund zur Lunge, wie beim Zigarettenrauchen) und auch DTL. Dabei bevorzuge ich jedoch auch beides dort, wo ich es sehe, MTL am besten möglichst kultiviert und stramm und DTL eben wirklich offen, so dass man wirklich direkt inhaliert. Und ein offenes MTL mit 25-35 Watt, was manche mögen, spricht mich auch nicht an. Ich bitte deshalb um Nachsicht, wenn ich nun zum subjektiven Teil dieses Berichtes übergehe.

Im Fall des A[rise] finden bei mir genauso einfache Runddrähte Anwendung wie bei anderen Verdampfern. Hochkomplexe Drahtgebilde sagen mir nichts, bringen mir geschmacklich keine Vorteile und behindern in meinen Augen einen Verdampfer eher, als dass sie ihn begünstigen. Dementsprechend habe ich den A[rise] mit einem einfachen Runddraht bestückt, 3 mm im Durchmesser und mit einem Widerstand von 0,3 Ω.

Ich hatte noch nie die DTL-Version des N[duro[ getestet. SQuape-Verdampfer sind für mich persönlich eher ausgefeilte MTL-Recken als dezidierte DTL-Wolkenwerfer – ja und eben restriktives DTL; schwierig für mich nachzuvollziehen.

Wie also empfinde ich den A[rise] im DTL-Modus? Ich habe bei 30 Watt angefangen und mich dann bis 50 Watt hochgearbeitet. Beim Taifun GX war für mich bei 40 Watt definitiv Schluß. Beim A[rise] gefallen mir selbst die 50 Watt noch sehr gut, 60 Watt funktionieren dann definitv nicht mehr, da wird es deutlich zu heiß mit zu wenig Luftanteil. Wichtig zu erwähnen ist, dass der A[rise] von Stattqualm auch nur bis 55 Watt konzipiert, bzw. spezifiziert ist. Bei 50 Watt beginnt der A[rise] so auch nicht, eine unangenehme Wärme oder gar Hitze zu entwickeln. Der Dampf bleibt in angenehmer Temperatur und alles passt sehr gut zusammen. Man spürt auch bei höheren Leistungen und intensivem Zug, dass die Airflow hervorragend funktioniert – es findet immer die nötige Kühlung der Coil statt. Dabei ist die Geschmacksentwicklung bereits bei niedriger Leistung (30 Watt) recht intensiv.

Die Bandbreite der Intensität was Dampfqualität und -geschmack ausmacht, verläuft aus meiner Sicht nach jeweiligem Geschmack und Vorlieben nahtlos zwischen niedrigstem und höchstem Leistungsbereich. Bei 30 Watt ist es wirklich ein sehr „gemütliches“ DTL, bei 50 Watt recht kraftvoll aber nie brachial. Es geht bei diesem Verdampfer immer nur um Geschmack, nie um Wolkengröße. Damit meine ich: im DTL-Modus dürfte der A[rise] geschmacklich ganz vorne mitspielen, solange man sich mit den Einschränkungen der sehr kleinen Kammer, dem restriktiven Luftzug und dem für mich einfach zu schmalen Mundstück wohl fühlt.

Ich will mich hier nicht zu wertend aus dem Fenster lehnen, aber es ist für mich ein ähnliches Dampfen wie mit dem Taifun GT IV, wobei der SQuape für meinen Geschmack einen etwas intensiveren, feiner aufgelösten Geschmack produziert, was vielleicht sogar mit der kleineren Kammer zusammen hängt. Gleichzeitig demonstriert er seine Grenzen recht übergangslos. An der Stelle halten Verdampfer mit etwas größer dimensionierten Kammern meines Erachtens noch Optionen offen. Ich würde auch sagen, dass im DTL-Modus geschmacklich das gilt, was ich weiter unten für den MTL-Modus beschreiben werde: der Geschmack ist sehr ausgeglichen; süße Bestandteile werden nicht überbetont, eher etwas gedämpft. Dafür wird der Bauch des Aromas, der Körper sehr klar abgebildet und dunklere Nuancen werden sehr deutlich aufgelöst. Das geschieht schon bei sehr moderater Leistung. Insofern denke ich, dass das Stichwort wäre: „kultiviertes DTL“ – Geschmack wird kultiviert abgebildet, die Wolkenemission elegant abgedämpft.

Mein Eindruck zum DTL-A[rise] ist, dass er der erste Verdampfer dieser Art ist, bei dem mir restriktives DTL überhaupt irgendetwas sagt. Zumindest liefert er mir eine Vorstellung dessen, was die jeweiligen Restriktiv-DTL-Dampfer an diesem Stil so mögen. Ich würde dann zwar noch immer nicht restriktives DTL dampfen, aber zumindest kann ich die Existenzberechtigung dieser Disziplin und die Faszination dafür nachvollziehen.

 

Der A[rise] im MTL-Modus

Ungleich spannender als die DTL-Testphase war für mich die für den MTL-Einsatz des A[rise]. Der SQuape N[duro] landete in meinem großen MTL-Vergleichstest im DAMPFERmagazin auf dem ersten Platz. Ich weiß, das haben viele nicht nachvollziehen können;  für mich war es aber die einzig logische Platzierung, wenn ich alle Parameter zusammen nahm, die mir wichtig waren. Das ist nun allerdings bald zwei Jahre her und ich habe mich natürlich unwillkürlich gefragt, wie denn der neue SQuape nun abschneiden würde, beziehungsweise, ob er mich nun noch einmal so begeistern würde. Wäre es nach mir gegangen, was es nicht tut, hätte Stattqualm gerne für die nächsten 10 Jahre beim N[duro] bleiben können.

Vor diesem Hintergrund kommen für mich dann auch Überlegungen ins Spiel, die über die blosse Betrachtung des Produktes hinausgehen; zum Beispiel die Frage, wieso eigentlich alle zwei Wochen ein neuer MTL-Verdampfer auf den Markt geschmissen werden muss. Es gibt Hersteller, die in den vergangenen zwei Jahren 4 – 5 MTL-RTAs auf den Markt gebracht haben. Um ganz ehrlich zu sein, ich sehe sie mir nicht mehr alle an, weil es mich inzwischen eher langweilt. Ich gebe auch zu, dass ich auch kein Freund davon bin, jedes Modell, das auf den Markt kommt, als neues, „beschdes“ zu reviewen. Interessanter finde ich es, wenn anstatt 4 Verdampfer in 2 Jahren ein Traditionshaus einen Verdampfer in 2 Jahren entwickelt, wie jetzt beim SQuape geschehen. (Lassen wir den S[even] mal außen vor, das war ein Tröpfler.)

Natürlich hat Chris Lusser mit seinen Kollegen nicht wirklich ab Release des N[duro] mit der Entwicklung des A[rise] begonnen, aber zumindest hat er nicht so getan, als hätte er vier Wochen später etwas Besseres. Nein, hier hat man sich Zeit gelassen, um festzustellen, wo man noch einmal optimieren kann. Allein die Verbesserungen, die ich oben bereits beschrieben hatte und die Renaissance der Bottom-Airflow waren sicher nicht das Ergebnis kurzfristiger Erwägungen; sie rechtfertigen auch ein Neurelease nicht nur, sondern implizieren es erst.

Zusammenfassend: wenn sich Stattqualm nach zwei Jahren zum Thema RTA wieder äußert, dann haben sie etwas zu sagen.

Man möge es mir nachsehen, wenn ich aus meiner Leidenschaft für „definiertes“ MTL heraus den A[rise] in dieser Disziplin etwas intensiver beurteile als im vorangegangenen Abschnitt. Wer will, kann den A[rise] sicher auch in diesem „offenen“ MTL dampfen, aber dazu will ich nichts beisteuern, da mir hierzu die Parameterauswahl nicht geläufig ist. Ich habe mir deswegen den A[rise] ausschließlich im „traditionellen“ MTL-Modus zur Brust genommen.

Wie oben bereits erwähnt, muss man den A[rise] für den MTL-Gebrauch erst vorbereiten. Hierzu ist es nötig, eine der mitgelieferten Air-Disks und die Kaminreduzierung zu installieren. Das Einsetzen der Airdisks gestaltet sich zu Beginn als ein bißchen fummelig, richtig griffig sind die kleinen Teile nicht und man benötigt schon sehr dünne Fingerspitzen, um sie von Hand dort hin zu bekommen, wo sie hin sollen – eben auf die Airflowöffnung. Besser geht das mit ein bißchen Werkzeug, einer Pinzette zum Positionieren und etwas stumpfem, um die Disk dann wirklich in die Fassung zu drücken. Auch beim Rausnehmen ist etwas Vorsicht geboten, da die Disks auch gerne mal weg schnippen, was fatal enden kann; denn sie sind noch kleiner als das Reduzierungsröhrchen. Aber man wird auch nicht alle paar Minuten diese Disk austauschen. Hat man einmal seine Einstellung gefunden, wird es vermutlich bei einer Disk bleiben, die dann allenfalls zur Reinigung entnommen wird. Letztlich kann man noch das etwas kurze und breite DTL-Driptip entweder durch das hauseigene SQuip Tip ersetzen oder ein anderes, was man gerne nutzt. Der Vorteil des Squip Tip besteht in der  übergangslosen Verlängerung des Kamins.
Stattqualm SQuape A[rise]
Zu den einzelnen Disks sei gesagt, dass aus meiner Sicht hier von 1,0 mm bis entsprechenden ca. 1,6 mm (4 x 0,8 mm) sehr ausgewogene Abstufungen für traditionelles MTL möglich sind. Dabei sehe ich die optional erhältlichen 0,8mm- und die 5×0,8mm-Disk als etwas extreme Durchmesser an. Sie sind optional zukaufbar, dürften aber nur vereinzelte Dampfer ansprechen. Wie bereits beschrieben, war mir die 0,8mm-Disk zu eng, die 5×0,8mm-Disk bei weitem zu offen. Aus meiner Sicht hat man alles, was man im Normalfall braucht, im Lieferumfang dabei.

Obgleich die Disks natürlich unter der Wicklung verschwinden und nur von oben installierbar sind, lassen sie sich trotz installierter Coil recht unkompliziert austauschen. Dank des Umstandes, dass die Watte nur locker in den Taschen liegt und die Deckschrauben mit den Muttern eine sehr genaue Fixierung der Coil ermöglichen, kann man die Coil einfach herausnehmen, die Disk wechseln und die Coil danach wieder einsetzen, wo sie vorher saß. Das ist kein Problem und geht leicht von der Hand, solange man die Coil samt Watte nicht sonderlich verformt und vorsichtig zur Seite legt. Ich habe auf die Art verschiedene Disks mit nur einer Wicklung ausprobiert.

Und wie performt der A[rise] nun als MTL-Verdampfer? Um es vorweg zu nehmen: ich werde jetzt hier nicht hinschreiben, dass der A[rise] #beschde ist, noch beschreibe ich ihn als die Krone aller MTL-Verdampferschöpfungen. Solche Verdampfer gibt es nicht und wird es nie geben – dazu sind die persönlichen Vorlieben und Geschmäcker der Menschen zu unterschiedlich. Für mich persönlich ist er: genial – nicht mehr und nicht weniger, also total subjektiv jetzt!

Geschmacklich holt er mich genau dort ab, wo ich bin. Wie soll ich das erklären? Seine Stärke liegt nach meinem Geschmack eben genau dort, wo ich persönlich mir einen MTL-Verdampfer wünsche. MTL-Dampfen hat für mich etwas Ernstes, etwas Seriöses. Deshalb käme ich nie auf die Idee, in einem MTL-Verdampfer eine Himbeer-Brause oder etwa einen Kirschlolli zu dampfen (letzteren auch nicht DTL, sondern eher gar nicht). MTL dampfe ich ausnahmslos dunkle, komplexe, möglichst tabakaffine Aromen. Das langsame Ziehen und die intensive Entwicklung des Geschmacks sind für mich bei MTL sehr wichtig.

Oft erlebe ich dann bei weniger wertigen oder nicht zu Ende gedachten Verdampfern einen eher abgeflachten Geschmack, der mir zwar die Grundtendenz, nicht aber die Tiefen und alle Schattierungen präsentiert.

Und eben an dieser Stelle übernimmt der A[rise] für mich das Erbe des N[duro]: er präsentiert mir mühelos und ohne Aufdringlichkeit all das, was ich in meinem Liquid erleben möchte – und zwar intensiver und gleichzeitig subtiler als die meisten anderen Verdampfer. Das tut er derart gut, dass ich glaube, süße oder ohnehin flache Aromen mit wenig Charakter werden den A[rise] in ein seltsames Licht stellen. Denn wo nichts ist, kann er auch nichts heraus arbeiten. In der Praxis heißt das: einem von Süßstoff strotzenden und ansonsten geschmacksneutralen Liquid kann der A[rise] möglicherweise nichts abgewinnen. Anders ausgedrückt: mit solchen Liquids wird er vermutlich nicht funktionieren. Zumindest arbeitet er genau in dem Parameterbereich sehr intensiv, den es in einigen Liquids überhaupt nicht gibt.

Verblüffend ist für mich, dass meine NETs (Natural Extracted Tobacco) und auch die „normalen“ Tabakaromen im A[rise] wiederum eine ganz andere Gestalt annehmen als in meinen anderen Verdampfern, wobei die sicher nicht schlecht sind; ganz im Gegenteil. Es mag sein, dass es diese kleine, zusammengefaltete Verdampferkammer ist, vielleicht auch das Zusammenspiel von Airflowausgang und Kaminübergang, Es ist auf jeden Fall bestechend.

Gleichzeitig mag es sein, dass dieses Geschmacksverhalten die Nutzungsbandbreite des Verdampfers etwas einschränkt; ich könnte es mir vorstellen. Aber vielleicht irre ich mich und ein Kirschlolli-Aroma findet im A[rise] plötzlich ungeahnte Qualitäten – wer weiß? Ich sehe es so ähnlich wie mit einem guten Single Malt Scotch: einen 18-jährigen Double Matured Lagavulin trinke ich auch nicht aus einem Wasserglas und einen Red Bull Süßstoffshake nicht aus einem Bleikristallkelch. Genau dort würde ich den A[rise] vom Gefühl her verorten: bei einem Bleikristallkelch oder gediegenen Whisky-Glas.

Entsprechend ist der A[rise] für mich der Verdampfer, den ich abends im gemütlichen Teil des Tages für eine gepflegte MTL-Zelebration zur Hand nehmen werde, um mich ganz gezielt und konzentriert einer sinnlichen Geschmacksdarstellung hinzu geben, die für mich immer wieder Neues bereit hält und mich niemals langweilt. Der Dampf ist weich, das Zuggefühl fast unverschämt smooth, das Zuggeräusch beruhigend und eher latent. Dazu gesellt sich die makellose Optik, die sich mitteilende Wertigkeit. Der Flash ist nicht mehr so vordergründig wie beim N[duro] und zudem über die Position der Coil sehr wirkungsvoll skalierbar. Kurz: ich liebe den A[rise] – überrascht?

Stattqualm SQuape A[rise]

Schlußbetrachtungen

Mit dem SQuape A[rise] kommt ein nächster Stattqualm-RTA auf den Markt, der dem Namen seines Herstellers alle Ehre macht. Wie bei Stattqualm nicht anders zu erwarten, zeigen die Schweizer erneut, was Qualität heißt: Material, Verarbeitung, Konzept, einfach alles entspricht höchsten Ansprüchen. Kleine Unzulänglichkeiten des Vorgängers wurden mit Aufmerksamkeit und Liebe eliminiert und man hat sich entschlossen, ein Komplettpaket anzubieten, das so ziemlich jede Käuferin und jeden Käufer zufrieden stellen dürfte. Im Lieferumfang befindet sich alles, was man braucht, um den RTA in beiden Disziplinen vom Start weg amtlich zu betreiben – allein das ist schon mehr als die Erwähnung wert.

Das optional erhältliche Zubehör bleibt preislich im vertretbaren Rahmen und kommt ohnehin erst dann zum Einsatz, wenn man es wirklich noch etwas anders will, bißchen kleiner oder mehr Fassungsvermögen für DTL. Zumindest muss man nichts zukaufen, damit der A[rise] überhaupt erst komplett einsetzbar ist.

Gemessen am Gesamteindruck, Funktionalität, Dampfeigenschaften, Konzept und Ausstattung würde ich den SQuape A[rise] als überaus preiswerten Verdampfer bezeichnen, der das Zeug hat, für die kommenden Jahre einer der Standard-RTAs zu werden, wenn es darum geht, mit einer einmaligen überschaubaren Investition einen absolut adäquaten Gegenwert zu bekommen.

Gerne würde ich auch die Minuspunkte des SQuape A[rise] aufführen, wenn mir nur welche auffallen würden.

Zum Schluß noch eine kleine Anekdote: Ich habe das große Glück, einen Bösendorfer-Flügel mein Eigen zu nennen, noch einen aus der Zeit, als diese Stücke in Wien handgefertigt wurden, jetzt ist er ca. 35 Jahre alt. Auf der Frankfurter Musikmesse kam ich dann an den Stand von Bösendorfer und die Dame fragte mich, ob ich mich für ihre Flügel interessierte. Ich sagte ihr, dass ich schone einen hätte, damals keine 4 Jahre alt. Daraufhin sie: „Sehen Sie, das ist unser Problem. Jemand der schon ein Instrument von uns hat, kauft sicher kein zweites mehr in seinem Leben.“ Denn das war eine Investition für die Ewigkeit.

Ich will nicht sagen, dass ich einen RTA mit einem handgefertigten Salon-Flügel vergleichen will, aber eines haben sie gemeinsam: der Preis ist zu vernachlässigen – auf die Nutzungsdauer und Intensität des Genusses bezogen. Danke an Chris Lusser und Stattqualm für diesen Verdampfer namens A[rise] – die Ent[stehung] einer für mich neuen Freundschaft.

Anm.: Sollten Sie Ihren A[rise] bei uns Dampfmatikern bestellen, befindet sich der oben abgebildete 25g-Kägifret-Riegel im Lieferumfang 😉

© Text und Bilder 2020 by Christoph Keller • Das Kopieren, Weitergeben und/oder die sonstige Verwendung dieses Textes oder der enthaltenen Bilder, ganz gleich in welcher Form, auch auszugsweise, ist ohne Erlaubnis des Urhebers untersagt.
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