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Den Augvape Merlin Nano finden Sie bei Dampfmatiker hier.

Testbericht von Christoph Keller

Zuweilen kommen neue Produkte auf den Markt, die polarisieren. Der neue Merlin Nano gehört dazu, denn auf den ersten Blick lässt sich seine Verwandschaft zum “Dvarw”, einem sehr seltenen MTL-Recken aus Ungarn kaum weg diskutieren. Dennoch: eine blosse Kopie ist der Merlin Nano sicherlich nicht – und es lohnt sich, diesen kleinen Zauberer näher zu betrachten. Denn in diesem niedrigen Preissegment wird die Luft eng, wenn es darum geht, einen wirklich faszinierenden Dampf mit einem möglichst geschmacksintensiven Erlebnis zu kombinieren.

Produktbewertung von Christoph Keller:
5/5

Die aktuelle Variante der Merlins, der Merlin Nano, ist zunächst in zwei Farben erhältlich, schwarz und Edelstahl. EInmal mehr haben die Importeure unterschiedliche TPD2-ABläufe umgesetzt, und wenn derjenige, der wohl später registriert hat, den Merlin heraus bringt, sind drei weitere Farben zu bekommen: gunmetal, matt-scharz und matt-silber. Er fasst mit seinem Durchmesser von 18mm mit dem Tubenglas  2,5 ml, mit dem gleichfalls mitgelieferten PCTG-Bubbleglas immerhin 3,5 ml Liquid.

Um ehrlich zu sein, ist meine ursprüngliche Begeisterung subjektiv relativ schnell geschrumpft, als ich bei Youtube bereits das eine oder andere Video zum Nano verfolgen konnte. Seltsamerweise scheint bisher niemandem der dortigen Reviewer aufgefallen zu sein, dass sich der Merlin Nano sehr stark am Dvarw orinetiert.

Nachdem die älteren Merline meines Erachtens sehr originäre und sehr detailliert konstruierte Verdampfer waren, ist der Merlin Nano nun – wie soll ich sagen? – eben „fremdinspiriert“.

Der Nachteil dieser Konstruktion ist, dass sie eben nicht originär ist; der Vorteil, dass sie erwartungsgemäß dampftechnisch hervorragend funktioniert.

Zu den Details: die Airflow ist genauso konzipiert wie beim Dvarw; es gibt unter dem Deck  zwei breite Öffnungen, nicht verstellbar, die die Luft direkt an den Auslass unter der Coil bringen. Dort sitzt dann ein austauschbarer Insert. Diese Airfloweinlässe sind übrigens von außen nicht sichtbar, was ich wiederum sehr hübsch finde. Hierdurch hat der kleine Merlin ein homogenes Äußeres. Tatsächlich verbleibt beim Aufschrauben des Tanks auf die Basis ein Spalt, durch den die Luft nach unten in die Basis münden kann. Weitere Umleitungen oder Reibungspunkte gibt es dort nicht.

Mitgeliefert werden zur Einstellung der Airflow drei Inserts: 1,0 mm, 1,2 mm und einer mit zwei Bohrungen à 1,0 mm (entspricht einer Öffnung von 1,4 mm). Diese Inserts werden nicht verschraubt, sondern einfach nur in die ovale Aufnahmeöffnung gesteckt und werden dann durch einen O-Ring gehalten. Diese Befestigungsart erfüllt mich nicht mit Vertrauen, da auch nach beherztem Nachdrücken mit einem Schraubendreher die Inserts stets noch wackeln oder eben nicht immer ganz plan zu platzieren sind. Der Stecksockel ist einfach zu kurz und ein O-Ring zu wenig, da er die Position des Sockels in Längsrichtung nicht fixieren kann.

Da an der Stelle der Airflowinserts bei geschlossenem Verdampfer allerdings keine mechanische Belastung auftritt, kann man davon ausgehen, dass die Sache grundsätzlich hält. Auch im inzwischen stattgefundenen Langzeittest und im täglichen Einsatz hat sich letztlich kein Problem eingestellt: die Inserts sitzen erwartungsgemäß zuverlässig genug in ihrer Halterung.

Das Wickeldeck ist abgesehen von den leicht erhabenen Posts vom Dvarw entnommen, bis hin zu einer identischen Peek-Kappe, die über ein Deckelchen direkte Verbindung zum Kamin hat. Es ist zwar nur eine Vermutung, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese kleine Peek-Kappe in China zur Massenware gehört und auch als Bauteil des Dvarw dann eher zufällig die gleiche Form hat – insofern ist es möglich, dass diese Kappe auch dort nicht unbedingt originärer Herstellung sein. Das Fazit aus der Konstruktion ist in jedem Fall, dass der Merlin Nano exakt genauso gewickelt wird wie der Dvarw.

Mit viel gutem Willen lässt sich in dem schmalen Deck eine 2,5mm-Coil einsetzen, während beim Dvarw 16 bei 2 mm Durchmesser Schluß ist. Von außen lässt sich nichts einstellen, keine Airflow und keine Liquidkontrolle, die ihrerseits aufgrund des Befüllens von unten auch nicht nötig ist.

Hinsichtlich des Gesamtkonzepts treffen die drei mitgelieferten Airflowinserts ins Schwarze, von sehr stramm bis etwas offen lässt sich das MTL-Zugverhalten genau wie bei den anderen hochwertigen Verdampfern den eigenen Vorlieben entsprechend kompromisslos einstellen. Der Merlin Nano ist ein dezidierter MTL-Verdampfer, soviel steht fest.

Auch das mitgelieferte Driptip passt bezüglich seiner Innenbohrung ausgezeichnet zum darunter mündenden Kamin. Ein willkommenes Schmankerl ist die Dreingabe eines Beautyrings in Verdampferfarbe, der einen Akkuträgerüberstand von 22 auf 18 mm optisch kompensiert.

Mit der abschließenden Beurteilung des Merlin Nano tue ich mich wirklich schwer. Dies hängt auch damit zusammen, dass er preislich in etwa dort angesiedelt ist, was ein Klon des Dvarw in China kostet. Es fällt mir wahnsinnig schwer, diese Parallelen nicht zu bemerken oder darüber hinweg zu sehen. Gut, der Merlin Nano ist kein Dvarw, das fällt auch auf, wenn man versucht, das etwas hakelige Gewinde von Basis und Tank nach dem Befüllen wieder zu verschrauben. Das ist beim Dvarw ähnlich wie ein Butterbrot zu schmieren.

Aber trotzdem, Fakt ist, dass der Merlin schlicht und ergreifend hervorragend schmeckt und sich vom Geräusch her und bezüglich Feuchtigkeit außen exakt genauso verhält wie der ungarische Pate. Deshalb empfiehlt sich der Merlin Nano ganz sicher für diejenigen, die sich keinen Dvarw leisten wollen oder können, aber dennoch in den Genuss dieses feinen, kultivierten MTL-Typs kommen wollen. Dann wäre der Merlin Nano ein guter Kompromiss, denn fest steht, dass der Merlin Nano ein hervorragender MTL-Verdampfer zu einem günstigen Preis ist: einen besseren MTL-Selbstwickler wird man zu diesem Preis kaum finden, zumindest kein Original.

In leicht modifizierter Form veröffentlicht in DAMPFERmagazin Nr. 59, 2019

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© Text und Bilder 2019 by Christoph Keller • Das Kopieren, Weitergeben und/oder die sonstige Verwendung dieses Textes oder der enthaltenen Bilder, ganz gleich in welcher Form, auch auszugsweise, ist ohne Erlaubnis des Urhebers untersagt.
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