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Ansichten von Christoph Keller

Selten war ich auf einen Verdampfer so derart gespannt wie auf den Chariot RTA von Arcana Mods. Denn hier handelt es sich um ein Novum für den europäischen Markt, was Entwicklung, Herstellung und Vertrieb betrifft.

Die Grundidee zum Chariot kommt von einem leidenschaftlichen Modder und das Konzept dazu erfuhr über 9 Monate eine gemeinsame Entwicklungsarbeit zwischen dem Hersteller Arcana Mods und Pipeline.

Dabei kam letztlich mit Erscheinen ein Verdampfer auf den Markt, der praktisch in jeder Hinsicht Akzente setzt und kaum mit dem üblichen Markt vergleichbar ist. Wieso das so ist, wollen wir hier etwas beleuchten.

Modder versus Massenfertigung

Was verbirgt sich hinter dem Begriff des „Modders“? Aus meiner Sicht sind „Modder“ von Leidenschaft getriebene Menschen, die in endlosen Stunden Ideen für ein Dampfprodukt entwerfen und ohne Rücksicht auf Aufwand und Kosten am Ende ihr Werk in Kleinserien oder Einzelanfertigungen herstellen (oder basteln), die dann an gleichermaßen enthusiastische Dampffans und Dampffanninen verkauft werden können. Und beide haben große Freude an der Sache: der Modder, weil er seiner Passion fröhnen kann, die Dampferin oder der Dampfer, weil sie/er ein Produkt in Händen hält, das etwas besonderes ist, allein schon deshalb, weil es nicht jeder haben kann und weil es durch besonderen Geschmack in jederlei Hinsicht geprägt und gestaltet ist.

Dabei spielt das preisliche Niveau eine tragende Rolle, was die Nachteile für beide Seiten angeht: der Käufer muss ein gerüttelt Maß an finanziellem Aufwand tätigen, während der Modder im Grunde dennoch wenig Geld verdient, da diese Kleinserien sehr aufwändig zu produzieren sind. Ich glaube, am Ende geht es hier nicht ums Geld, sondern um den Spaß und die Freude an der Sache und zwar für alle Beteiligten.

Arcana Mods Chariot RTA Review Testbericht Christoph Keller PipelineDas dürfte wohl auch der Hauptunterschied zu einem massenhaft vertriebenen Produkt sein, das eben auch in Massen gefertigt wird, um an Massen von Interessenten verkauft zu werden. Durch die „Economies of scale“ sind dabei andere Endkundenpreise zu erzielen und die Produkte selbst sind auf Massenkompatibilität ausgelegt und scheuen naturgemäß entsprechend hohe Entwicklungskosten, zumal diese Massenprodukte (mit denen der deutsche Dampfenmarkt im Übrigen wöchentlich auf sinnfreie Art und Weise überschemmt wird) auf eine gewisse Kurzlebigkeit ausgelegt sind. Das bedeutet für die Käuferinnen und Käufer, dass sie zwar weniger Geld für solch ein Produkt ausgeben müssen, aber meistens damit konfrontiert sind, dass der Hersteller schon nach wenigen Wochen weder Ersatzteile produziert, noch sonstwie an dem Produkt interessiert ist, weil der Nachfolger schon da ist. („Kennse schon den neuen XYZ? Mega, hammer bombe, musse haben!“ – „Wart besser auf den KungFu-RTA, der ist eh beschde!“)

Der Punkt beim „Modding“ ist also der, dass das Produkt einen anderen Charme ausstrahlt und ein ungleich höheres Engagement repräsentiert als die 26. Version eines sowieso durchschnittlichen Verdampfers oder Akkuträgers. Das Dampfen selbst wird indes weder nur in Deutschland oder Europa betrieben, sondern auf der ganzen Welt. Entsprechend gibt es die Modder in überschaubarer Anzahl eben weltweit – und somit auch in China, dem „Riesenbovisten“ der Massenfertigung – überrascht?

Und so sind wir bei der ersten Besonderheit des hier in Rede stehenden Chariot RTA angelangt: Arcana Mods steht für zwei Jungs in China, die im kleinen Kämmerlein in Fuzhou ihrer Leidenschaft nachgehen. Harris, Stimmführer der beiden, hat in England studiert und hat deshalb eine sehr europäische Attitüde: er betreibt – abseits seines eigentlichen Berufes – einen Dampfshop, wo er sich vornehmlich um hochwertige Produkte wie Stattqualm kümmert. Er ist von Haus aus schon fasziniert von hochwertigen Verdampfern. Zusammen mit seinem Freund Damon hat er sich den Chariot ausgedacht und ihn in Zusammenarbeit mit Patrick Fleischer von Pipeline dahin entwickelt, wo er jetzt mit seiner Marktreife steht.

Die Idee war somit, einen Verdampfer zu präsentieren, der zwar aus Modderhand kommt, aber gleichzeitig auch aus China. Das macht die Sache insgesamt recht prickelnd – zumindest aus meiner Sicht. Denn der Chariot RTA ist eben kein China-Massenprodukt, sondern ein Kleinserienprodukt, wobei jedes einzelne Exemplar in ähnlicher Weise produziert wird, wie die europäischen Kleinserien, etwa von Stattqualm oder SmokerStore. Dennoch lässt sich in China günstiger produzieren, was sich in direkter Weise auf den Preis des Chariot auswirkt.

Konstruktion

Der Chariot RTA ist ein reinrassiger MTL-Verdampfer (Mund-zur Lunge-Dampfen, wie mit Zigaretten), der alle Parameter der nötigen Konstruktionsmerkmale berücksichtigt. Mit seinen 23 mm Durchmesser und dem Füllvolumen von 3,7 ml bei entsprechend moderater Höhe reiht er sich in die mittlere Größenkategorie der MTL-Verdampfer ein.

Er ist aus 316L-Edelstahl gefertigt, im Gegensatz zu den meisten anderen Verdampfern, die aus 304er-Edelstahl hergestellt werden. 316l-Edelstahl ist aufwändiger zu bearbeiten, benötigt längere Zeit und einen häufigeren Austausch der Werkzeuge. Somit liegt der Chariot allein schon von der Materialwahl auf dem Niveau anderer Platzhirsche wie beispielsweise dem Squape A[rise].

Arcana Mods Chariot RTA Review Testbericht Christoph Keller PipelineIn meinen Augen sehr extravagant ist das Design des Chariot RTA mit dieser sehr ausgearbeiteten Top-Cap und dem sich nahtlos anschließenden Driptip, das äußerst MTL-feundlich gestaltet ist: nicht zu kurz, nicht zu lang, nicht zu dick oder zu dünn und vor allem mit einer sehr angenehmen Innenbohrung versehen.

Der POM-Aufsatz des Driptips ist geschraubt und es werden in naher Zukunft alternative Aufsätze kommen, womit man den Verdampfer den eigenen Vorlieben gemäß anpassen kann. Dies gilt auch für zukünftige Top-Cap-Alternativen für diejenigen, die sich mit dem Zahnrad-Design nicht so wirklich anfreunden können.

Ich persönlich finde das Design der Top-Cap faszinierend, es weist praktisch die Liebe zum Detail, die in dem gesamten Produkt steckt, auf den ersten Blick aus.

Der Tank ist auf der Basis per Bajonett-Anschluß aufgesetzt. Um den Tank von der Base abzunehmen, bedarf es einer Drehung des Tanks, bis zwei Punktmarkierungen auf beiden Teilen übereinander zu liegen kommen. In dieser Postion lässt sich der Tank nach oben abziehen. Befindet sich genug Liquid im Tank, kann man ihn tatsächlich auch im gefüllten Zustand abnehmen um kurzfristig an die Wicklung zu gelangen, ohne dass das Liquid den Tank verlässt. Diese Konstruktion ist ähnlich der des Squape A[rise] oder des Tripod RTA.

Arcana Mods Chariot RTA Review Testbericht Christoph Keller PipelineÜber die gleiche Drehung wie zum Öffnen lässt sich auch die Liquidzuführung regulieren. Dreht man den Tank gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag, ist die Liquidzufuhr abgesperrt, eine Drehung umgekehrt öffnet sie. Beim ersten Blick ist das nicht sonderlich spektakulär, aber geradezu witzig und clever gelöst ist das Zusammenspiel mit der Top-Cap: zum Befüllen muss man natürlich die Top-Cap ebenfalls nach  drehen, um sie abzunehmen (Bajonett). Dreht man also einfach so, dass man den Tank mit bis zum Anschlag dreht, ist die Liquidzufuhr zum Befüllen von oben geschlossen.

Dreht man nach dem Befüllen die Top-Cap samt Tank wieder ganz nach links, ist die Liquidzufuhr zum Weiterdampfen geöffnet. Eine wirklich ansprechende Mechanik, wie ich finde; zumal jeder Drehvorgang butterweich und von angenehmer Haptik begleitet von statten geht.

Will man sich die Arbeit machen, den Chariot RTA komplett zu zerlegen, wird man mit der Einsicht in eine äußerst berückende Airflowkonstruktion belohnt. Zum Abnehmen der Bodenplatte bedarf es des Aufschraubens zweier Minitur-Kreutzschlitz-Schrauben, die sich dem Zugang grobmotorisch veranlagter Menschen entziehen dürften. Die Pluspolschraube, die übrigens verstellbar ist, um den Verdampfer ohne Probleme mechanisch zu betreiben, ist per Linksgewinde in umgekehrter Richtung zu entfernen. Hat man die drei Schrauben gelöst, lässt sich die Bodenplatte abnehmen. Im Innern sieht man dann nicht wie gewohnt einfach einen Hohlraum, wo die Luft von außen in den Ausgang unter der Coil verwirbelt wird, sondern dort sitzt ein Peek-Bauteil, das seinerseits die Luft von außen direkt zu den Einlässen unter dem Airflow-Kanal kanalisiert.

Solche Konstruktionen kenne ich – getreu meinen Wurzeln als Musiker – eher aus dem Orgelbau, weniger bei Verdampfern. Mit dem Bauteil gelingt einerseits eine klare Richtungsgebung der Luft (des Windes) ohne Diffusion und eine Beruhigung möglicher Luftgeräusche. Auch hier: wer mitdenkt, ist klar im Vorteil!

Wo andere einfach irgendwas zusammen schrauben, weil ihnen der Luftweg nicht wichtig erscheint, ist auch hier bis zu Ende gedacht worden. Von meiner Seite ein dickes Kompliment an die beiden Urheber!

Wickeldeck und Airflow

Das Deck des Chariot RTA ist klar auf den Single-Coil-Einsatz ausgelegt, wie es sich für einen MTL-Verdampfer gehört. Für mich ist es so ein bißchen eine Mischung aus dem Kayfun- und dem Taifun-GTR-Deck: die gerundeten Pfosten, die den Luftkanal mit prägen, ähnlich wie beim GTR, die Dimensionen und die Wattewannen ähnlich dem Kayfun Prime.

Arcana Mods Chariot RTA Review Testbericht Christoph Keller PipelineAuffallend sind die sehr klein dimensionierten Deckschrauben, die sowohl als Schlitz- wie auch als Inbus-Schrauben zur Verfügung stehen. Mit 1,5mm Durchmesser ist nicht ohne weiteres vorauszusetzen, dass ein entsprechnder Schraubendreher zur Verfügung steht, weshalb dem Paket ein passender Schraubendreher beiliegt.

Die Anpassung der Luftcharakteristik lässt sich primär über austauschbare, schraubbare Inserts unter der Coil bewerkstelligen, wobei im Lieferumfang vier Inserts enthalten sind: 0,8 | 1,0 | 1,2 und 1,4 mm. Ein weiteres Set mit größeren Durchmessern für eine offenere Zugcharakteristik, bzw. den restriktiven DTL-Einsatz (Direkt-zur-Lunge-Inhalieren) ist optional hier erhältlich.

Sekundär lässt sich die Luftzufuhr auch von außen über den Airflow-Ring regulieren, wobei zwei Öffnungen mit jeweils drei Löchern zur Verfügung stehen, die sohl beide als auch nur eine davon genutzt werden können. 

Da in den beiden Pfosten des Decks je zwei Drahtbefestigungen vorhanden sind, ist es völlig unerheblich, in welche Richtung man seine Coil dreht. Dabei ist das Deck im Ganzen sehr, sehr leichtgängig zu bestücken, wenn man von den winzigen Schrauben einmal absieht. Letztere sind übrigens nicht aus Versehen so schmal geraten, sondern als bewusste Vorsichtsmaßnahme, um bei zu beherztem Schrauben das Deck nicht sprengen zu können. Auch hier steckt eine Überlegung hinter dem Detail!

Arcana Mods Chariot RTA Review Testbericht Christoph Keller PipelineDie Kammer des Chariot RTA ist für den MTL-Einsatz hervorragend klein bemessen, wobei die äußere Form mit der abgeflachten Oberseite nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Glocke innen einen konischen Zulauf zum Kamin hin hat. Der Übergang von Glocke zu Kamin ist eine der kritischsten Stellen in einem MTL-Verdampfer, der in drastischer Weise über das geschmackliche Erlebnis beim Dampfen entscheidet. Ferner können hier bei zu engwinkligen Übergängen gerne Kondensbildungen stattfinden.

Dies ist hier sozusagen konstruktiv ausgeschlossen, da sowohl der Übergang von Glockenwand zum Konus als auch vom Konus zum Kamin abgerundet sind. Für mein Dafürhalten setzt sich zum Kamin hin das clevere Luftkonzept, das in der Basis eingeleitet wird, fort.

Praxis

Im praktischen Einsatz zähle ich den Chariot RTA zum Besten, was ich bisher an MTL-Verdampfern in der Hand, bzw. im Mund hatte. So ziemlich alles, was zum täglichen Umgang mit einem Verdampfer zählt, den man wirklich häufig und lange benutzt, geht leicht von der Hand und ist immer von einem gewissen Etwas begleitet, was die Haptik angeht, die für mich persönlich sehr wichtig ist.

Es macht einfach auch Freude, den Verdampfer im Gebrauch einfach nur anzusehen, weil einfach alles optisch perfekt stimmt. Es gibt keine seltsamen Spaltmaße oder Überstände, keine scharfen Kanten – es stimmt einfach alles.

Dazu möchte ich ein kleines optisches Detail betonen, das es mir ganz besonders angetan hat: das Tankglas, das übrigens in zweifacher Ausführung mitgeliefert wird (Echtglas und PSU), ist im Durchmesser auf 22 mm, was dazu führt, dass dort der Verdampfer etwas schmaler ist, wo das Glas sitzt. Für mich geradezu betörend ist die Fase im Gehäuse, die den Übergang oben und unten zum Glas bildet – das ist für mich eines der Details, die belegen, mit wieviel Aufmerksamkeit dieser Verdampfer entworfen wurde. Aber eben für mich persönlich, der ich einen Fetisch für klare und gerade Formen habe, ist das ein besonderes Schmankerl.

Nachdem ich die konstruktiven und technischen Merkmale des Chariot RTA erläutert habe, will ich auch auf den eigentlichen Zweck kommen, das Dampfen und seine Geschmacksentwicklung.

Créme de la Crème

Es ist ja nun nicht so, dass es nicht schon einige sehr gut schmeckende MTL-Verdampfer gäbe und man bei jedem neuen Verdampfer annehmen müsste, endlich die Spitzenleistung erhalten zu können. Insofern kann mich zwar die Technik, die Verarbeitung und das Engagement zu einem Verdampfer begeistern, denn Geist und Finger dampfen mit.

Arcana Mods Chariot RTA Review Testbericht Christoph Keller PipelineWenn es um den Geschmack geht, bin ich hingegen kaum noch auf neue Erkenntnisse eingestellt, denn es gibt eben schon einige, wirklich hervorragend schmeckende Verdampfer.

Leider ist es für mich selbst oft am Ende so, dass entweder der Verdampfer technisch ganz toll ist, aber geschmacklich nicht mithält oder umgekehrt. Das äußert sich dann im Automatismus des Alltags während man in der Arbeit steckt. Immerhin hat man nicht den ganzen Tag Zeit, sich in bewundernden Ergüssen vielfältiger Dampfgeräte zu ergehen. Will sagen: welchen Verdampfer ich am Ende immer wieder benutze, entscheidet eher mein Unterbewusstsein als ein willentliche Aktivierung meines Frontalkortex.

In den letzten beiden Jahren gab es entsprechend nur wenige Verdampfer, die im unbewussten Alltag immer wieder zum Einsatz kommen. Der Chariot RTA war tatsächlich der Erste, der seit ich ihn habe, in diesen drei Wochen ununterbrochen im Einsatz war. Mir tun die anderen schönen Verdampfer so ein bißchen leid – aber der Chariot RTA ergreift mich emotional.

Das hat drei ganz einfache Gründe:

Erstens schmeckt der Chariot RTA phänomenal gut; er entwickelt nicht nur einen unüblich intensiven Geschmack, sondern er bildet auch einzelne Nuancen auf beindruckende Weise ab – vornehmlich für mich bei dunkleren Liquids, eben Tabakmischungen oder NETs. Gleichzeitig trägt er den Bauch einer Note einwandfrei vor, eine Eigenschaft, die ich bei vielen anderen Verdampfern vermisse. Die Dampfentwicklung ist wunderbar satt und genießbar.

Zweitens das Handling und das Verhalten des Chariot RTA: er macht weder seltsame Geräusche, noch zickt er herum, wenn es um das Handling geht. Das Befüllen geht wunderbar schnell, einfach und stets kleckerfrei von der Hand, wenn man ab und zu mal die Oberseite des Tanks und die Unterseite der Topcap etwas abwischt. Kondensbildung und/oder jegliches Siffen sind dem Chariot fremd. Ebenso überzeugend ist das Handling beim Wickeln: es passt einfach alles und man hat einen mächtigen Spielraum, zwischen Geschmack und Flash zu spielen, da die Glocke hoch genug ist und das Deck flexibel genug, um die Höhe der Coil variieren zu können und im Zusammenspiel mit der Airflow zu experimentieren. Anfängerinnen und Anfänger haben auch ohne große Experimente sofort einen mehr als überzeugenden Geschmack.

Drittens: die Liebe und das Engagement, das Harris und sein Freund Damon in diesen Verdampfer gesteckt haben! Ich glaube, das wahrnehmen zu können, was an schlaflosen Nächten, langen Diskussionen, nicht enden wollenden Versuchen in diesen Verdampfer eingeflossen ist. Ich habe das Gefühl, das Ergebnis dieser Arbeit in Händen zu halten, in dem dies alles mitschwingt. 

Abschließend

Wer meinen Testbericht zum Aspire Neeko RTA gelesen hat, weiß, dass der Neeko für mich so ein bißchen die Gleichgewichte beeinflusst, wenn es darum geht, zwischen den Repräsentanten verschiedener Preisbereiche bei Verdampfern zu unterscheiden. Ich weiß, dass ich mir keine Freunde mache, wenn einige der jüngeren sogenannten „High-End-Verdampfer“ mich einfach kalt gelassen, ja zum Teil nicht ansatzweise interessiert haben. Zu häufig wird eine Preisgestaltung vorgeschoben, um legendäre, mystische Stärken eines Verdampfers zu beschwören – am Ende ist es dann häufig doch nur heiße Luft, bzw. eben Dampf, der sich in Nichts auflöst.

Da mich ohnehin schon viele deswegen verurteilen, scheue ich mich auch nicht, einmal mehr meine Sicht zu schildern, dass ein hoher Preis weder ein Garant für gleichziehende Qualität, noch für ein wirklich edles Produkt ist, und schon gar nicht die automatische Voraussetzung für ein geniales Gesamtprodukt. Insofern definiert sich „High End“ nicht über den Preis sondern über das entsprechende Produkt, das auch nur einen Bruchteil dessen kosten darf, was die selbsternannten High End-Hersteller für sich in Anspruch nehmen. Für mich persönlich existiert der Mythos eines „High-End-Verdampfers“ ohnehin nicht, allein schon deswegen, weil die Preisspanne, die diesen Terminus rechtfertigen würde, verglichen mit anderen Märkten, einfach zu gering ist.

Der Chariot RTA von Arcana Mods läutet in diesem ganzen Geschehen aus meiner Sicht eine neue Ära ein, und zwar ganz schlicht und ergreifend, weil er das was er darstellt, zu einem Verkaufspreis leistet, der eben nicht dort angesiedelt ist, wo man es vermuten würde, sondern knapp bei der Hälfte dessen. Ich bin mir sicher, würde er in Deutschland hergestellt, wäre der Preis mindestens beim 2,5-fachen.

Dies alles zusammen genommen, ist der Chariot RTA für mich der erste Verdampfer, der das Attribut „High-End“ aus meiner Definition heraus tatsächlich verdient; nicht, weil er relativ hochpreisig wäre, was er nicht ist, sondern weil er ungeachtet seines Verkaufspreises nicht nur das Bestmögliche darstellt, was seine Schöpfer zu leisten im Stande waren, sondern gleichzeitig mit das Beste repräsentiert, was ein MTL-Verdampfer derzeit sein kann.

Arcana Mods Chariot RTA • Plus & Minus:

Plus: 

  • mehr als angenehmes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Verarbeitung und Materialien auf höchstem Niveau
  • auch für Anfänger sehr zugängliches Handling
  • hervorragender Geschmack

Minus:

  • Schrauben am Wickeldeck etwas knapp dimensioniert
  • Airflow-Ring etwas schwergängig
 

© Text und Bilder 2021 by Christoph Keller • Das Kopieren, Weitergeben und/oder die sonstige Verwendung dieses Textes oder der enthaltenen Bilder, ganz gleich in welcher Form, auch auszugsweise, ist ohne Erlaubnis des Urhebers untersagt.
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